Unsere Fahrt nach Granada 2026
Unsere gemeinsame Reise nach Granada begann am Samstag am Magdeburger Hauptbahnhof, von wo aus wir nach Berlin fuhren und anschließend in das Flugzeug in Richtung Malaga stiegen. Nach der Landung und einer kurzen Busfahrt kamen wir in Granada an und begaben uns in die Obhut unserer Gastfamilien. Uns standen sechs wunderbare Tage bevor.
Wir wurden herzlich begrüßt und sofort konnte man die ersten Spanischkenntnisse anwenden. Egal ob Fragen über Familie, Schule oder Hobbies: unsere Gastfamilien waren sehr neugierig und offen. Man fühlte sich sofort pudelwohl.
Am nächsten Morgen begaben wir uns nach kurzem Frühstück auf eine Wanderung in die Berge rund um Granada. Wir verbrachten einige Stunden mit Wandern, was sich aber voll und ganz lohnte: Neben drei zu überquerenden Bächlein und dem ein oder anderen verlassenen Kloster erwartete uns eine fantastische Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Zwischen Olivenhainen versteckt sah man das ein oder andere Pferd, von denen der Abschied nach mehreren Streicheleinheiten etwas schwerfiel. Der Schwermut hielt jedoch nicht lange an, stattdessen wurde unser inzwischen erschöpftes Gemüt mit einem schönen Panorama-Weg zurück in die Stadt mit Ausblick auf die Alhambra belohnt. Von der wunderschönen Landschaft und dem Anblick fasziniert kamen wir am Nachmittag in Granada an und konnten bis in den Abend hinein die Stadt auf eigene Faust erkunden.
Am nächsten Morgen stand dann zum ersten Mal die Sprachschule Montalbán auf dem Plan, wo wir die nächsten fünf Vormittage verbringen sollten. “Schule” mag sich erstmal etwas abschreckend anhören, war es aber gar nicht. In den drei Gruppen, die nach vorherigen Sprachkenntnissen eingeteilt worden waren, war ein offener und spaßiger Dialog auf Spanisch angesagt. Mit interaktiven Übungen und sehr viel mündlichem Austausch über aktuelle Themen wie etwa Jugendliche in Spanien oder auch Politik verbesserte sich unser Spanisch von Tag zu Tag merklich. Unsere Lehrer waren alle sehr freundlich und lustig, weshalb es uns auch nicht schwer viel, uns ausgiebig mit ihnen zu unterhalten.
Am Nachmittag fand der erste kulturelle Ausflug statt, denn es ging nach Sacromonte, einem sehr schönen und alten Stadtteil Granadas, geprägt durch seine Roma-Bewohner, die “Gitanos”. Bei diesen liegt auch der Ursprung des wohl bekanntesten Tanzes von Spanien: dem Flamenco. Nach einem langen und auch anstrengenden Anstieg befanden wir uns an einer Kirche, von wo aus wir einen wunderbaren Überblick über Granada hatten und den Sonnenuntergang bei einem “Bocadillo” (belegtes Brötchen) genießen konnten.
Am Abend gingen alle, die Lust hatten zu einer Flamenco-Show in einer der vielen Höhlenwohnungen in Sacramonte. Alle anderen haben wirklich was verpasst, denn die Tanzkünste, beeindruckende Fingerfertigkeit des Gitarristen und die aufgeladene Stimmung machten das Erlebnis einmalig. Kurzum: ein großartiger Einblick in die Kultur Granadas. Am Abend hatten wir wieder Freizeit und viele erkundeten die Stadt und verbrachten zusammen das Tagesende.
Am Dienstagvormittag stand wieder Sprachschule auf dem Plan, wonach es für uns eine geführte Tour durch das arabisch-geprägte Stadtviertel Albaicín gab. Unser Guide Juan verstand es, uns die Inhalte seiner Tour in sehr leicht verständlichem Spanisch widerzugeben und wir alle konnten ihm sehr gut folgen. Während wir interessante Fakten über die Geschichte Granadas erfuhren, ging es vorbei an weißen Häusern mit tropischen Gärten, vielen verwinkelten und mit Treppen bestückten Gassen sowie einer Moschee hinauf zu verschiedenen Aussichtspunkten “Miradores” mit Blick auf die untere Stadt und die Alhambra. Ein schöner Abschluss mit goldenem Sonnenuntergang blieb uns zum Glück nicht erspart.
Am Mittwoch hatten wir nach der Sprachschule den kompletten Tag Freizeit und konnten die Kultur Granadas auf eigene Faust erkunden. Einige gingen in kleinen verwinkelten Basars auf Souvenirjagd, während andere sich in einem der vielen kleinen Cafés an einem der zentralen Plätze eine typisch spanische Stärkung genehmigten. Ein kleiner Geheimtipp: “Helado de Granada”, Granatapfel-Eis. Denn dass Granada nach der Frucht benannt wurde, merkt man nicht nur an der in fast jedem Eisladen auffindbaren Sorte, sondern auch an den unzähligen Granatäpfeln, die in Form von Skulpturen, Mosaiken etc. im Stadtbild versteckt sind.
So merkten wir, was Granada für eine lebendige und vor Kultur strotzende Stadt ist. Nicht einen Moment lang kam Langeweile auf. Am Abend setzten sich viele in eine Tapasbar und genossen zusammen den Abend, wobei andere das Abendessen in ihren Gastfamilien genossen. Das Essen bestand fast ausschließlich aus hervorragenden kulinarische Spezialitäten Spaniens.
Am nächsten Nachmittag stand für viele wohl das touristische Highlight auf dem Plan: Die Alhambra. Wieder begleitete uns Juan und wir lernten die Geschichte der Araber in Granada kennen und die Geschichte der „Roten Stadt“. Sie übertraf mit ihren Ausmaßen und ihrer Gewaltigkeit wahrscheinlich die meisten Erwartungen. Die durch Burganlagen, mit Orangenbäumen gesäumten Irrgärten oder von Palmen umringten Brunnenanlagen manövrierte Führung bescherte uns einen historischen Einblick in das frühere Leben dort.
Allerdings machte sich so langsam die Wehmut über die nahende Rückreise bemerkbar, denn am nächsten Nachmittag sollte es schon wieder zurück gehen und dies waren unsere letzten gemeinsamen Stunden in Spanien. Deshalb genossen die meisten auch am Abend noch einmal das kulturelle Leben der Stadt, bevor sie sich zurück zu ihren Gastfamilien machten.
Am Freitag stand auch zum letzten Mal die Sprachschule auf dem Plan, wobei wir mit unseren Lehrern zum Abschluss einmal original spanische Churros Essen gingen und so auch den kulinarischen Teil unserer Reise abrundeten. Nachdem wir uns nach dem Mittag von unseren Gastfamilien verabschiedet hatten, begaben wir uns alle zusammen auf die Rückreise nach Deutschland, welche genauso reibungslos verlief wie die Hinreise.
Bei allen bleiben ausschließlich gute Erinnerungen an diese außergewöhnlich tolle Schulreise und an Granada zurück. Natürlich auch merklich besseres Spanisch.
(Emilio Krauße und Selena Kienle)
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