Schülerbericht 32. Schülerkolleg TU Freiberg

09.10.2023

Im folgenden Bericht möchte ich das 32. Schülerkolleg an der TU Bergakademie Freiberg thematisieren. Dies fand vom 12.09.2023 bis zum 15.09.2023 in Freiberg (Sachsen) statt und fokussierte sich auf das praktische Experimentieren in den verschiedenen Instituten der Universität.

Meine Anreise war schon am Vortag mit der Deutschen Bahn, da es sonst zeitlich schwer geworden wäre am nächsten Morgen anzureisen. Die Zugfahrt vollzog sich glücklicherweise komplikationslos. Am Dienstagmorgen begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück mit weiteren Schülern, welche ebenfalls am Schülerkolleg teilnahmen. Daraufhin sind wir gemeinsam zum Clemens-Winkler-Bau gefahren, wo wir unsere erste Experimentalvorlesung erleben durften. Hierbei ging es ca. 90 Minuten um sehr anschauliche chem. Reaktionen, wie z.B. der Eisenoxidierung mit feinem Eisenstaub, dem Verpuffen von Samen eines Strauches, dem Entzünden eines Haufens Pulver mit einer Feder oder dem Herstellen von Elefantenzahnpasta. Dies weckte all unsere Begeisterung für Chemie und motivierte uns für die nächsten Tage. Zudem erfuhr ich im Anschluss, dass ich der einzige Schüler aus Sachsen-Anhalt sei. Alle anderen Schüler kamen aus Sachsen. Nach dem Ende der Vorlesung gingen wir gemeinsam zur Mensa, um Mittag zu essen. Der zweite Teil des Tages bestand aus einem Besuch der technischen Chemie, in der wir emaillieren durften. Bei diesem Prozess mussten wir anfangs Metallplatten entfetten, reinigen und die Oberfläche mit Salzsäure aufrauen. Daraufhin wurden sie neutralisiert, getrocknet und das erste Mal bei 400°C im sogenannten Muffenofen gebrannt, damit alle möglichen Gase und Verunreinigungen aus den Eisenplatten gebrannt werden. Nachdem diese abgekühlt waren, konnten wir die Grundemaille auftragen, diese bei 800°C brennen, abkühlen lassen und mit farbiger Emaille bestreichen. Diese musste erneut den Kreislauf des Brennens und des Abkühlens durchlaufen. Am Ende dauerte der gesamte Prozess ca. 3 Stunden. Währenddessen erklärten uns die Studenten und Doktoren die einzelnen Apparaturen in dem Labor und beantworteten stets unsere Fragen. Nun gingen wir zurück zu unserem Hotel, ruhten uns etwas aus und gingen abends noch gemeinsam essen. Den restlichen Abend haben wir gemeinsam in einem der Hotelzimmer verbracht.

Der nächste Morgen war vom Ablauf recht ähnlich. Wir standen um 07:00 Uhr auf, aßen gemeinsam Frühstück und gingen zur Universität. An diesem Tag stand morgens die physikalische Chemie auf dem Plan. Hierbei wurden wir in Gruppen aufgeteilt, wobei ich ein Experiment zur Bestimmung von Zinkkonzentration in einer Lösung bekam. Dort musste ich verschiedene Reagenzgläser befüllen, und zwar mit einer Lackmuslösung, einer Zinklösung, destilliertem Wasser und einer Base. Dies war, obwohl es sehr einfach klingt, doch recht anspruchsvoll, da ich mit einem Pipettierball und älteren Glaspipetten arbeiten musste, mit welchen man recht vorsichtig und genau umgehen musste. Des Weiteren befüllte ich mehrere, kleine Probenbehälter mit den verschiedenen, von mir gemischten Lösungen, um diese darauf in einer Apparatur nach ihrer Konzentration zu untersuchen. Dies wurde durch die Absorption von Xenon-Lichtstrahlen herausgefunden. Weitere Experimente der anderen Schüler waren z.B. das Untersuchen von Brennstoffzellen, der Nachbau von Batterien und das Ermitteln von Reaktionsenthalpien mit Hilfe einer kalorimetrischen Bombe. Nach Abschluss unserer Experimente wurde uns noch kurz der Leidenfrost-Effekt durch flüssigen Stickstoff gezeigt. Darauf folgend gingen wir wieder in die Mensa Mittagessen. Kurz vor Beginn der zweiten Hälfte des Tages gab es noch einen gemeinsamen Fototermin für ein Gruppenfoto. Nun begann unser Experimentieren in der Analytik, wobei wir die Wasserhärte unser eigens mitgebrachten Wasserproben durch Titration und verschiedene Salze und Lösungen auf deren Bestandteile durch verschiedene Experimente untersuchen durften. Auch wenn es sich sehr monoton und fast langweilig anhört, war es doch interessant zu sehen, wie die einzelnen Stoffe bei den Nachweisreaktionen reagiert haben. Nach Fertigstellung aller Experimente gingen wir wieder zurück ins Hotel, ruhten uns ein wenig aus und gingen wieder gemeinsam essen. Diesen Abend haben wir nach dem Essen im Kino verbracht, wo wir uns einen Film angeschaut haben.

Der dritte Tag begann wieder identisch, doch diesmal starteten wir nicht mit einem Experiment in der Universität, sondern mit einer Führung durch das Bergwerk „Alte Elisabeth“. Hierbei wurden uns die geschichtlichen Hintergründe vom Bergbau in Freiberg und ganz Sachsen, der Zusammenhang mit der Universität in Freiberg und die Verfahren, womit die Metalle damals aus dem Erz gewonnen wurden, erklärt. Anschließend gingen wir zur Mensa der Universität, aßen dort Mittag und gingen zum Clemens-Winkler-Bau für weitere chemische Experimente. Dort beschäftigten wir uns mit der Organik. Wir machten Experimente zur Herstellung von Aspirin, Limonen, Essigethylester und zur Gewinnung von Koffein aus Tee. All diese Experimente waren Recht zeitaufwendig, da es lange Wartezeiten gab oder auch gewisse Reaktionen nur langsam und kontrolliert durchgeführt werden konnten. Doch während dessen konnten wir den Doktoren und Studenten einige Fragen zum Thema stellen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Nach Beendigung dieser Experimente fand an diesem Abend ein gemeinsames Grillen statt, wobei die Studenten für uns gegrillt haben und uns zudem noch einige Experimente, wie das Elementarisieren von Iod oder das Verbrennen von Titanoxid zeigten. Am Ende des Tages gingen wir allesamt ziemlich müde ins Hotel zurück.

Nun bricht auch schon der letzte Tag in Freiberg an. Das letzte Themengebiet, welches wir behandelt haben, war die Anorganik. Hierbei führten wir sehr anschauliche Experimente zur Elementarisierung von Kupfer aus Kupfersulfat, dem Herstellen von sogenannten Mohrschem Salz oder der Herstellung von Feuerwerk durch. Die Anorganik war ein Highlight für uns alle, vor allem die Herstellung des Feuerwerks aus Ammoniumsalzen und Zinkpulver. Dies bedeutete für uns aber auch das Ende des Schülerkollegs. Es folgte noch die Ausgabe der Teilnehmerurkunden und eine letzte Verabschiedung der Dekansleiterin. Nach Erhalten der Teilnehmerurkunden gingen wir ein letztes Mal zum Hotel zurück, um unsere Koffer zu holen und uns voneinander zu verabschieden. Ich ging daraufhin in die Altstadt von Freiberg, um mich noch dort etwas umzusehen, während die anderen schon abgereist sind. Außerdem war dies eine gute Möglichkeit, die Wartezeit auf meinen Zug sinnvoll zu nutzen.

Abschließend kann ich sagen, dass das Schülerkolleg in Freiberg ein fantastisches Erlebnis war. Es wurden einem Einblicke geboten in das Universitätsleben und das Experimentieren in einer Universität. Gleichzeitig konnte man neue Kontakte knüpfen und zusammen seine Freizeit nutzen. Die Atmosphäre war stets freundlich und angenehm, da einem die Studenten bei Nachfragen geholfen haben und wir genügend Zeit hatten, die Experimente vorzubereiten. Im Großen und Ganzen kann ich es jedem empfehlen, der sich für Chemie interessiert und einmal in das Universitätsleben eintauchen möchte.

(Toni Terreping)


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