Was zählt? Was bleibt? Was trägt? Werte, die eine Gesellschaft zusammen halten.

Deutsch-türkische Schulpartnerschaft

Seit 2015 besteht die Schulpartnerschaft mit dem Istanbuler Gymnasium Bahcelievler Anadolu Lisesi. Ein erster Durchgang des Schüleraustausches fand im Jahr 2015 statt.

Während der siebentägigen Dauer der Besuche in Magdeburg und Istanbul finden jeweils zwei Arbeitstage in den Schulen statt, an denen die Schülerinnen und Schüler thematische Vorträge halten. Gesprächsrunden hierzu schließen sich an. Es werden inhaltsgleiche Themen aus der jeweiligen Sicht präsentiert und anschließend diskutiert. Neben den Arbeitstagen finden ein touristisches und kulturelles Besuchsprogramm sowie Unterrichtshospitationen statt. Die touristischen Programmpunkte korrespondieren dabei mit den inhaltlichen Projektthemen, z. B. Magdeburger Dom, Gedenkstätte Deutsche Teilung, Bundestag, usw. bzw. Blaue Moschee, Hagia Sophia, Derwisch Museum.  Jeweils zum Abschluss gibt es ein gemeinsames Fest mit Schülern und Gasteltern.

Dem Fremden ein Gesicht geben.

Es ist nicht die Türkin oder der Istanbuler. Es sind Selin und Keram und Ilayda und…

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Mittwoch, 5.4.2017:
Abflug um 11.15 Uhr ab Berlin Tegel, Landung in Istanbul Ortszeit um 15.15 Uhr. Unsere Gastgeber erwarten uns im Flughafen, freundliche Begrüßung; Die Schülerinnen und Schüler werden von ihren Gasteltern nach Hause gefahren und verbringen den Nachmittag und Abend bei ihren Gastfamilien.

Donnerstag, 6.4.2017:
Wir treffen uns morgens in der Schule und werden vom Schulleiter begrüßt. Nach dem obligatorischen Tee für die Kollegen aus Magdeburg gibt es eine Schulführung. Dann sammeln wir uns in unserem Raum für die Präsentation Teil I mit Vorträgen über: 1.  Feste und Feiertage in Deutschland; 2. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden: Konfirmation, Firmung und Jugendweihe; Hospitation in einzelnen Unterrichtstunden und gemeinsames Mittagessen in der Schule. Am Nachmittag Ausflug in den Stadtteil Bakirköy.

Freitag, 7.4.2017:
Morgens Treffen in der Schule, Fahrt mit dem Service-Bus in die Altstadt von Istanbul, das alte Konstantinopel. Mit unserem Reiseleiter Faruk besichtigen wir den Gewürz-Basar (Ägyptischer B.), den alten Europäischen Bahnhof (Endstation des Orient-Express), die Haggia Sophia, die Sultan Ahmed Moschee („Blaue Moschee“) und schließlich den großen Basar. Vorab gibt es von Faruk einen Schnellkurs in „Richtig Handeln auf dem Basar“.

Samstag, 8.4.2017:
Morgens Treffen in der Schule, Fahrt mit dem Service-Bus in die Altstadt von Istanbul. Bootsfahrt auf dem Bosperus. Dann Fußweg über die Galaterbrücke über das goldene Horn ins Galaterviertel. Hinauf zum Galaterturm; Besuch des Mewlavi Derwisch Museums. Shoppen auf der Einkaufsstraße Istiklal.

Sonntag, 9.4.2017:
Familientag. Die Schülerinnen und Schüler verbringen den Tag mit ihren Gastfamilien.

Montag, 10.4.2017:
Um 8.00 Uhr treffen auf dem Schulhof. Wir erleben den Schulappell zu Wochenbeginn mit. Die Schülerinnen und Schüler stehen klassenweise in Reihen, kurze Ansprache des Schulleiters, dann wird die Nationalflagge gehisst und die Nationalhymne gesungen. Anschließend fahren wir mit Faruk, unserem Reiseleiter, wieder in die Istanbuler Altstadt und besichtigen eine von 48 riesigen, unterirdischen Zisternen. Dann geht es zum Topkapi Palast, dem alten Sultanspalast an der Spitze der Landzunge. Von dort aus geht es mit der Metro nach Norden zum Saphir-Tower, mit 260m das höchste Haus in Istanbul. Wunderbarer Blick über nahezu ganz Istanbul vom Marmara-Meer bis zum Schwarzen Meer.

Dienstag, 11.4.2017:
Vormittags treffen wir uns in unserem Projektraum und lauschen, nachdem die technischen Probleme behoben sind (auch in Istanbul stellen die e-Boards plötzlich auf rätselhafte Weise ihren Dienst ein), den restlichen Vorträgen: 3. Essen und Trinken in Deutschland; 4. Typisch Deutsch!? Gegenstände, Verhaltensweisen, „Deutsche Tugenden“. Anschließend gemeinsame Fahrt zum Großen Basar: Shopping Zeit.
Zurück in der Schule hieß es: Ins Trikot schlüpfen und Fußballschuhe anziehen – das Fußballspiel Türkei – Deutschland stand auf dem Plan. Auf dem schuleigenen Kunstrasenplatz gelang uns, mit Norman Schubert als großem Rückhalt im Tor, ein 6:4 Sieg, wobei auf der Gegenseite der flinke Schulleiter drei Tore erzielte. Nun warten wir noch auf die back flips von Niklas, die für seine Treffer angekündigt waren!
Anschließend wurde gemeinsam auf dem Schulhof gegrillt, munter geschwatzt und gegessen.

Mittwoch, 12.4.2017:
Am Abreisetag trafen wir uns morgens aus dem Schulhof, einige nutzen die letzte Gelegenheit zur Unterrichtshospitation. Nach dem obligatorischen Tee beim Schulleiter gab es eine große Überraschung für uns: Zum Abschied bekamen wir alle einen Kapuzenpulli der Schule geschenkt!
Dann hieß es endgültig Abschied nehmen. Nach einigen Umarmungen und Tränen stiegen wir in den Bus und fuhren zum Flughafen.

Vom 17.5.16 bis 24.5.16 fand der 2. Schüleraustausch zwischen dem Domgymnasium und dem Istanbuler Gymnasium Bacelievler Anadolu Lisesi statt. Ich denke, diese Woche war eine Woche voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse für uns alle. Anfänglich eventuell etwas besorgt, ob man sich mit den jeweils anderen gut verstehen wird, wurden diese Sorgen schnell aus dem Weg geräumt. Die türkischen Austauschüler erwiesen sich als unglaublich freundlich und offen. Als allererstes wurde der Koffer bis zur Hälfte von den Gastgeschenken erleichtert, nur um später um das doppelte mit Schokolade gefüllt zu werden (Das ist keine Übertreibung!).
Am Anfang der Woche stellten uns die Istanbuler zunächst Präsentationen vor, die vom türkischen Essen, über die türkische Familie, bis hin zur Flüchtlingssituation in Istanbul reichten. Hierbei wurden auch gleich alle zum Tanzen animiert und nun beherrschen einige einen türkischen Volkstanz, der bestimmt ein Renner auf jeder Party sein wird. Am selben Tag gingen die sportlichen Betätigungen gleich weiter und so lernten wir uns nach dem Paddeln, am ersten gemeinsamen Abend, beim Fußballspielen nach und nach alle kennen, in dem wir uns zum Beispiel gegenseitig umrannten. Wir überließen den Sieg den Istanbulern als ein Zeichen des Willkommens in Magdeburg (Genau so war es. Wir hätten sie locker schlagen können, aber was die Höflichkeit verlangt...). Die restlichen Tage verbrachten wir mit interessanten Ausflügen. So ging es am Freitag nach Berlin in den Reichstag, in dem sich Schule "Super cool" mehrere Vorträge zum Gebäude und der Arbeit dort anhörte. Samstag mussten wir früh aufstehen, da es für uns nach Weimar und unteranderem in das Konzentrationslager  Buchenwald ging. Am Sonntag verbrachten wir Zeit mit der Familie und am Montag fuhren wir zum krönenden Abschluss in den Leipziger Zoo.
Obwohl wir praktisch von morgens bis abends zusammen unterwegs waren, trafen wir uns auch nach dem Programm noch in größeren und kleineren Gruppen und ließen gemeinsam die verschiedenen Tage ausklingen.
Als dann am Dienstag wieder Abschied genommen werden musste, waren wir nicht mehr Deutsche und Türken, sondern Freunde, die es gar nicht abwarten können, einander im Oktober in Istanbul wiederzusehen.

(Alina Schüller, Klasse 9 c)

Für eine Woche deutsch

Eine Woche in einem anderen Land und bei einer fremden Familie zu verbringen, ist sicherlich für jeden Teenager eine spannende Erfahrung. Das Ökumenische Domgym-nasium Magdeburg ermöglichte einer Gruppe türkischer Jugendlicher so eine Chance. Aber auch für die deutschen Gastfamilien war dieser Austausch ein Abenteuer.

Bereits im Vorfeld lernten wir unsere Gastschüler über WhatsApp kennen und tauschten uns über unsere Erwartungen aus. Die Spannung stieg, als sich am Dienstag einige von uns auf den Weg machten, um unsere türkischen Gäste in Berlin in Empfang zu nehmen. Für viele von ihnen war es das erste Mal, dass sie in einer fremden Familie wohnten und in Deutschland zu Gast waren. Aber auch wir waren aufgeregt, da wir bis dahin nicht wussten, wie es mit der Verständigung klappen würde. Unsere Gastkinder lernen schließlich erst im zweiten Jahr Deutsch. Noch im Zug nach Magdeburg wurden gemeinsam Vokabeln gelernt. Gegen 19.50 Uhr konnten endlich alle Familien ihre Gastkinder am Bahnhof begrüßen.

Vor uns lag nun eine ganze Woche gemeinsamer Events und Höhepunkte. Am Mittwoch veranstalteten wir eine Kanutour auf der Elbe und ein Anti-Schweinegrillen. Beim anschließenden Fußballspiel zeigten alle Jungs und Mädchen ihr Können am Ball. Am nächsten Tag hatten wir viel über unsere Stadt zu berichten und tauschten Erfahrungen über Schule und Familie aus. Es folgten Stadt- und Domführungen, damit unsere Gäste die Stadt kennenlernen konnten. Magdeburg ist zwar wesentlich kleiner, aber nicht weniger interessant als Istanbul. Die Nachmittage verbrachten wir meistens alle zusammen im Stadtpark. Die Verständigung funktionierte immer besser und schnell fragten wir uns, warum wir uns solche Sorgen gemacht hatten. Mit Deutsch, Englisch und ein paar schnell gelernten Brocken Türkisch umschifften wir jede Klippe. Die folgenden Tage waren mit Ausflügen gefüllt. Wir besuchten den Bundestag in Berlin, Weimar und die Gedenkstätte Buchenwald. Interessant war, dass die türkischen Jugendlichen nicht verstehen konnten, weshalb es in Deutschland solche Gedenkstätten gibt. Damit war es an uns, zu erklären, dass man manche Verbrechen nicht vergessen darf. Toll waren auf den langen Busfahrten die musikalischen Einlagen unserer Gäste, die ihre türkischen Balladen laut mitsangen, etwas, dass wir uns mit deutschen Liedern nicht so trauen würden.

Am Sonntag hatten alle Kinder einen Tag mit ihren Familien. Endlich stand mal Relaxen auf dem Programm. Am Nachmittag trafen wir uns alle im Stadtpark, spielten Fußball und Gitarre und tauschten uns über das aus, was wir in der Woche erlebt hatten.

Am Montag ging es 8 Uhr morgens auf nach Leipzig in den Zoo. Ein wahres Abenteuer für die Neuankömmlinge. An unserem letzten Abend durften unsere Eltern uns mit einem leckeren Picknick im Elbauenpark überraschen. Und dann war die Woche auch schon wieder vorbei. Abschiedstränen am Bus bewiesen, dass dieser Austausch rundherum gelungen war. Zurück bleiben leckere türkische Süßigkeiten und die Vorfreude darauf, dass wir unsere neuen Freunde im Oktober in Istanbul besuchen dürfen, um ihr Zuhause kennenzulernen. Wir hoffen sehr, dass die politische Situation ausreichend stabil bleibt, damit auch wir eine Woche in den türkischen Gastfamilien verbringen können. Es wäre sehr, sehr schade, wenn wir den Besuch nicht erwidern könnten. Dafür hat es uns allen viel zu viel Spaß gemacht.

(Niclas Körner, Klasse 9 a)

Gefördert durch

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Bild: Projektpartner

Gymnasium Bacelievler Anadolu Lisesi in Istanbul

 

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